Antiphilosophie

Wie immer gilt es erst festzulegen, worüber wir eigentlich Sprechen. Die Bedeutungen der Worte werden heute derart massiv verschoben oder neu besetzt, dass eine Kommunikation, selbst in der eigenen Sprache, immer schwieriger wird. Ja, ich habe manchmal den Eindruck, wir haben zwei deutsche Sprachen in Deutschland und das wir uns deshalb kaum noch verstehen. Ursache ist die Antiphilosophe, wie ich es spontan genannt habe 😉

Vernunft und Metaphysik

Ich beginne mir der Vernunft und ihrer Metaphysik, ohne die Vernunft nicht existieren kann. Schön das Kant das auch so sah, macht die Erklärung für mich einfacher.

Vernunft bezeichnet einen Begriff, eine Idee, ein Modell der Wirklichkeit, welches wir als bloße These zunächst annehmen und im folgenden zu beweisen Versuchen. Sie ist der Erklärungsversuch für eine erkannte oder erratene Realität.

Der Augenmerk liegt dabei auf eine stabile Metaphysik rund um meine Vernunft. Wenn Wissenschaft falsifizierbar sein muss, dann deshalb, weil falsifizierte Vorbedingungen, also wenn mein Modell der Wirklichkeit widerlegt werden kann, ich entdeckt habe, das meine Vernunft nicht Realität oder Wirklich ist sondern eben nur ein Gedanke, eine Assoziation, die wir, aufgrund dieses Fehlers, falsch konstruierten.

Vernunft ist also die Idee und Metaphysik ihre Rahmenhandlung.

Ethik und Moral

Ethik und Moral sind vom Wortursprung identisch. Wobei ich die Moral eher der griechischen Philosophie zuordne und Ethik die der Römer und später der Christen/Latainer. Wir unterrichten in den Schulen Religion oder Ethik. Dabei sollte es wohl eher heißen Ethik oder Moral.

Heute sind Moralen die Normen oder Verhaltensregeln, die sich im Laufe der Zeit aus Sitten und Bräuchen herausbildeten und bilden. Sie sind die Metaphysik der Wirklichkeit.

Ethik untersucht diese Normen und ihre kausalen Zusammenhänge zur Entstehung, bewertet diese und entscheidet aufgrund eigener Ideen oder Maßstäbe was Gut und was Schlecht ist.

Ethik ist reine Vernunft, welche wiederum auf Metaphysik und damit auf Moral basiert solange sie nicht falsifiziert ist. Ethik die nicht falsifiziert werden kann ist eine Moral. Die Aussage, das wir uns zur Fortpflanzung zusammentun sollten ist keine Ethik, sie ist wahr und damit eine Moral. Wir sollten nicht, wir müssen uns zusammentun. Menschen hingegen zu töten kann ethisch diskutiert werden und gegenläufige Positionen widerlegen sich gegenseitig. Ergo ist eine Entscheidung über Leben oder Tod unethisch da die Vernunft keine einheitliche Metaphysik für diesen Fall liefert. Wenn, dann beruhen diese auf Zusatzbehauptungen, was letztlich für mich nur Aberglaube ist.

Theorie und Praxis

Die Philosophie in theoretisch und praktisch einzuteilen ist jetzt nicht sonderlich neu. Entscheident dafür, ob wir Ethik und Moral brauchen ist es dennoch, wenn nicht sogar der einzige Grund.

Theorie ist dabei die Vernunft, die wir uns ausdenken. Seine Metaphysik sind die Basis der Moral, die Normen und Regeln die wir anwenden um entweder die metaphysische Annahme zu bestätigen oder widerlegen. Wenn wir bestätigen wollen das die Welt rund ist (Vernunftidee), dann können wir diverse Modelle von runden Körpern (Metaphysik) als möglicher Beweis anführen. Wir können die Erde nicht von außen sehen – okay, einige wenige schon, ihre Erfahrung ist aber nicht deine oder meine, daher lasse ich diese mal weg – Wir verlassen uns daher auf diese Modelle.

Die Entwicklung eines Modells geschieht in extremen denken. Wir stellen uns die abstrusesten Dinge vor um die Elastizität des Gehirns ordentlich in Bewegung zu halten. Diese Gedanken können eben Mord und Tötung beinhalten, sie sind aber letztlich der Versuch weiter zu denken als alle Denker bisher und haben, auch wenn wir sie in die Metaphysik unserer Idee einbauen, nichts mit der Realität gemein, außer das es vielleicht so ein könnte, wenn man wollte. Oder muss, wenn wir die Wahrheit zu glauben wissen:

Die Wissenschaft und Forschung wird nun diese Modelle anwenden, sie sind die praktischen Philosophen. Der Übertrag der Modelle runder Körper und ihre Beweisführung muss einer Ethik unterliegen. Ihre Moral ist vorgegeben und ist das was wir ins Visier nehmen, wenn wir entdlich wissen wollen ob unsere These wahr oder falsch ist. Ehtik in der Philosophie heißt, diese Angriffe, diese Umsetzungen, Versuche und Experimente, unter einem bestimmten Rahmen von Therorie in die Praxis umwandeln zu lassen. Aus Worte taten folgen lassen muss, da wir in extremen Denken, durch uns selbst reguliert sein.

Die drei Ethiken moralischer Philosophie

Ich blicke gerne in die Vergangenheit und versuche zu verstehen, was die Menschen sich bei ihrem Tun so gedacht haben. In der klassischen Philosophie habe ich etwas gefunden, was wie Moralen sind und, wie sich dann herausstellte, auch als solche fungieren können.

Im Laufe der Zeit verändern Phänomene wie Worte ihre Bedeutung. Ich habe daher die drei Begriffe etwas angepasst, zumindest in dem Fall, in dem es notwendig schien. Manchmal denke ich also auch selbst und gebe nicht nur wieder was ich irgendwann irgendwo gehört oder gelesen habe 🙂

Ohne die drei Regeln werden wir keine echte und neue Erkenntnis gewinnen.

Alles was Schön ist

Schön ist, was unsere Aufmerksamkeit erregt und nicht zu einer notwendigen Veränderung führt. In der Natur kein eine Frucht unsere Aufmerksamkeit erregen oder auch ein Wolf.

Wenn wir entscheiden müssen, welchen Weg sollen wir gehen? Womit oder mit wem kooperiere ich? Was möchte ich tragen und wie will ich wirken? Alle diese Fragen entscheidet die Schönheit. Rechts oder Links abbiegen? Da wo es schöner ist! Es ist in jedem Fall eine Orientierung die um so besser funktioniert, desto wahrer die Aussagen sind.

Man kann zeigen, dass bestimmte Dinge normaler Wirken als andere, welche im besonderen Maße auffallen. Es gibt offenbar Attraktivitätsmerkmale, die unsere Aufmerksamkeit wecken und zu denen wir, im Gegensatz zu Alarmmerkmalen, nicht sofort aufschrecken. Das beginnt beim Kindchenschema und Endet bei Symmetrie, Fibonacci oder Kontrast. Das ist es, was ich Schönheit nenne. Es ist die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit die ohne Angst und Reflex geweckt wird.

Schön ist auch alles was einen Nutzen für andere hat. Die Natur an sich bietet unzählige Synergieeffekte, bzw. zeigt uns diese. Dabei ist jede Wirkung ohne konkretes Ziel sondern zunächst Äußerung der Natur selbst. In einer Umgebung, die rau ist, entwickelt sich leben unter Panzern und in Nieschen und Höhlen. Hingegen entwickelt sich Leben, welches sich frei entwickeln kann und keinem Druck ausgesetzt ist (weil die nötigen Panzer bereits angelegt sind oder ein Einklang gefunden wurde) so sehen wir dieses in bunten Farben an Federn, Haaren, Fell und Augen.

Alles was Natur ist

Natur ist, was vielleicht rational Schön sein mag oder uns irgendwie als Gut daherkommt, in Wirklichkeit aber eine Gefahr ist. Rational Schön ist alles was wir empirisch als attraktiv nachweisen wollen können wie der Goldene Schnitt, Symmetrien und Gleichheit.

Schön ist der subjektive Charakter der Dinge, ihr objektiver ihre Natur. Das geht mit einer gewissen Attraktivität überein, oder wie ein Designer sagen würde „Form Follows Function“, was für mich in die Richtung zeigt, dass die Natur selbst, die ich als etwas schönes und nicht als etwas gefährlich wahrnehme – und sich bei entsprechendem Verhalten mir so zeigt –

Wir sollten deshalb immer der Natur folgen. Synthetischer Kram macht uns Krank und findet nur sehr partikular Synergie, gelegentlich auch erst nach der Anpassung der Natur an die künstliche Umgebung wie in Krankenhäusern. Das geht über das Eingreifen in Organismen bis hin zu synthetischen Ideen, die gegeneinander stehen und nie irgendwie einen Beweis antreten werden oder nie haben.

Politik und all die Parteien z.B. Jede Ideologie ist eine synthetische Idee die entweder nicht umgesetzt wird oder bereits ihren Charakter gezeigt hat. Nur weil Politiker nicht die Wahrheit sagen, spalten Politik die Gesellschaft. Es ist etwas unnatürliches, solche defekten Systeme künstlich, durch synthetische Zusatzbehauptungen am Leben gehalten wird.

Natur ist, was wir anwenden und sich dadurch in seiner Umwelt behaupten kann, ohne Schaden anzurichten. Wir mögen nicht immer den Schaden sofort sehen, aber blieben wir bei der Wahrheit und dem Schönen, dann könnten wir auch der Natur ihren Lauf lassen und beobachten.

Alles was Wahr ist

Das Wahre ist das Verständnis über Mich und wie die Dinge auf mich wirken. Um die obigen Abstrakte zu verwenden: Ein Frucht, die schön aber meinem Organismus schädlich wirkt ist etwas wahres, sowohl die Wirkung, als auch die Existenz solcher Früchte. Wahr ist auch das Atome existieren und die Sonne morgens aufgeht und niemals abends.

Wenn Philosophie vorwiegend Reden ist, dann muss der Philosoph zwingend bei der Wahrheit bleiben. Was Wahr und was Falsch ist entscheidet nicht der Sprecher und sein Wissen sondern die Realität. Unwissenheit schützt hier nicht, eine Rede sollte nur soweit ausgeführt werden, wie man im allgemeinen von einer wahren Begebenheit spricht. Wahrheit ist echtes Wissen und keine bloße Vernunft. Es geht bei der Wahrheit um Wirklichkeiten.

Wahr ist die Umwelt die uns umgibt. Sie funktioniert so wie sie ist durch die, heute bis ins kleinste Details bestimmbare Realität. Es ist – außer für Hardcorekonstruktivisten und womöglich einige Psychologisten – nicht abzustreiten was uns umgibt. Es ist die Natur, das was wir uns geschaffen haben, und andere Menschen.

Diese auch so zu benennen hat zum einen argumentative Vorteile für meine These, sie sind kaum zu widersprechen und selbst neue wissenschaftliche Erkenntnisse bleiben in nur wenigen Fällen so einschneidend, dass ich die Metaphysik oder sogar die These an sich ändern müsste.

Ebenso kann nicht bestritten werden, dass wenn ich die Wahrheit über die Welt sage, meine Mitmenschen in der Lage sein werden, durch das von mir weitergegebene Wissen zur selben Erkenntnis gelangen kann, wie ich es aus der Beobachtung selbst gewinnen konnte. Eine Lüge über die Anwesenheit von Menschen auf einem anderen Kontinent führt unweigerlich zu Fehlschlüssen in der Theorie und zu Leid in der Praxis.

Nachbesprechnung

Praktische Philosophie muss sich an die philosophischen Moralen halten, will sie erreichen, dass jeder auf natürlichem Wege, aus den Dingen heraus die Welt entdeckt, sich emanzipiert und selbst aufklärt. Die Ethik ist notwendig um Gedankenspiel, also subjektive Bedeutung, auch als solche zu behandeln und um sich von seiner Mitwelt abzugrenzen.

Unethische Philosophie hingegen führt zu wirklichem Leid unter Menschen und verhindert die Entwicklung der Repräsentanz eines jeden, die er als eigenes kleines Weltmodell in sich trägt. Wer Gedanklich aus Unwahrheit im Kreis läuft kann nicht von Progression und Entwicklung sprechen, weder das Individuum selbst als auch eine solche Gesellschaft hat bis auf das was schon gewesen ist nichts neues an sich. Es sei denn, man okkupiert Themen und Kulturen anderer, ein weiteres mal die Notwendigkeit der philosophischen Moral beim Übergang von theoretischer zu praktischer Philosophie uns vor Augen führt.

Antiphilosophie

Ich habe mir angesehen, was wir, als Menschen und Gemeinschaften, so getrieben haben und wie wir uns Verhalten. Anhand dieser Gedanken ist mir überhaupt der Gedanke einer Ethik in der Philosophie gekommen. Man könnte auch sagen, wir haben praktische Antiphilosophie betrieben und betrieben es zuweilen noch. Einige Probleme unserer Zeit gehen darauf zurück, wie ich denke, denn wie gezeigt kann durch falsche Annahmen in der Metaphysik einer Vernunft und das praktische Umsetzen und Ausprobieren dieser falschen Tatsachen zu Problemen in der Erkenntnis bis hin zum Schaden am Leben und der Natur haben.

Wenn es um negative Beispiele einer ethischen und moralischen Philosophie, also um Lüge oder Verrat geht, dann bietet sich Politik und Religion geradezu an – würde jetzt aber zu lange dauern, zumal ich bereits die Abschnitte mit Beispielen angereichert habe. Vielleicht gehe ich noch darauf ein, eigentlich aber arbeite ich an zum Teil ganz anderen Dingen.

Antiphilosophie ist soetwas wie Aberglaube. Wenn eine Idee widerlegt ist kann man unendlich neue Behauptungen aufstellen. Anstatt aber diese Aberglauben zu praktizieren sollten wir lieber solche Ideen aufgeben und als Erfahrung abspeichern. Es wird zwar dem, der die Idee aufgeben muss, nicht leicht fallen, vielleicht verliert er einen Teil seiner Identität und alles was er bisher geglaubt hat (z.B. das Leben bisher mit Biologie erklärt ist und nun vielleicht doch viel Physik neue Erkenntnisse zum „Leben“ beiträgt). Der Philosoph kann so aber einen Betrag zu einem friedlicher Umgang miteinander und mehr Verständnis für die Umwelt, an der er gerade gescheidet ist, leisten. Der Antiphilosoph ist an keinem Konsens interessiert, er wird versuchen seine Idee mit immer neuen Behauptungen und Abers versuchen zu belegen. Für mich ist das praktische Lebenszeitverschwendung sich dem zu widmen. Schade wenn dies aus guten glauben aufgrund falscher Tatsachen geschieht. Antiphilosophe in reinform oder so…

Die Büchse der Pandora

Philosophisch ist das, was wir uns im extrem denken und zunächst rein synthetisch konstruieren, von Gott bis hin zum gentechnisch motivierten Menschen, Gedankenübungen, Trainingsreize, die der Bestimmung des Rahmens und der Mitte dienen. Wir denken uns das böseste, den worst case, und das beste, den best case, durch um ein Gefühl von Spielfeld zu bekommen.

Wer diese Übungen aber praktiziert, der öffnet die Büchse. Ein unüberlegter Aktionismus und Progressivismus kann zu unkontrollierbaren Reaktionen führen, beschrieben und bis heute überliefert. Der Ausgang ist regelmäßig unbekannt. Vom totalen Versagen bis zum Volltreffer, und alles dazwischen, ist möglich. Selbst in der noch sehr einfachen KI-Forschung gerät man aufgrund der vorhandenen Daten (Metaphysik) zu falschen Schlüssen (Vernunft). Simpelste kausale zusammenhänge funktionieren nicht mehr. Manchmal frage ich mich, was wir z.B. mit dem Müll, den Higsbosonen und co. anfangen, die wir permanent am LHC produzieren. Wie wirken diese jetzt, lose und in unserer Welt? Schön ist kaputtmachen nicht…

Ein letztes Beispiel für eine solche Büchse die wir geöffnet haben sind die rein subjektiven Konstrukte wie Gesellschaftsformen und Weltanschauungen basieren. Ihre Auswirkung finden sich meiner Meinung nach in den Zunahme der psychischen Auffälligkeiten und Krankheiten. Die Inkonsistenten Modelle, und die „Wahrheit“ mit der sie angeboten werden, müssen dazu führen, dass die Assoziationskette für mein Selbst- und Weltbild irgendwann zusammenbricht. Das mag sich in einer simplen Dissonanz äußern, die kann aber auch übersteigert werden und sich in Taten und Handlungen äußern.

Ergo

Ethik und Moral sind verpflichtend für praktische Philosophie. Was die, man könnte sagen ethische Philosophie (also theoretischen P.) konstruiert, muss zum Wohle der Erkenntnis von der moralischen (also praktischen P.) hinterfragt und gegen ihre eigene Ethik getestet werden, welche lediglich ein immer gleichen und zuverlässigen Katalysator ist.

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