Antiphilosophie

Wie immer gilt es erst festzulegen, worüber wir eigentlich Sprechen. Die Bedeutungen der Worte werden heute derart massiv verschoben oder neu besetzt, dass eine Kommunikation, selbst in der eigenen Sprache, immer schwieriger wird. Ja, ich habe manchmal den Eindruck, wir haben zwei deutsche Sprachen in Deutschland und das wir uns deshalb kaum noch verstehen. Ursache ist die Antiphilosophe, wie ich es spontan genannt habe 😉

„Antiphilosophie“ weiterlesen

Phänomenologie und Assoziation

Ich muss mal mit diesen Und-Überschriften aufhören… 🙂

Seit einer ganzen Weile spukt etwas wie Phänomenologie im Kopf herum. Die Frage ist, wie wir ein Phänomen als Tatsache beweisen können. Ein Phänomen ist dabei zum Beispiel die Blüte einer Blume wenn man keine Ahnung hat was das ist. Man kann Leute herrufen, nur wenn die Blüte in dem Moment nicht da ist, hält man dich für doof oder man glaubt an ein Phänomen. Wer aber schlau ist wird herausfinden unter welchen Bedingungen die Blüte erscheint und genau dann seine Kollegen rufen. Ein anderer weg wäre die Natur nachzubauen, aber das ist ein anderes Thema, denke ich 🙂

Oder: Was ist ein Buchstabe oder ein Zeichen. Ich kann es benennen und anderen davon erzählen, wenn diese, wie in Platons Höhlengleichnis aber nur den Betrachter zusehen, bleibt er oder es ein Phänomen. Zum Glück haben wir Bildung, so das irgend wann mal jemand sagen wird worauf wir uns da geeinigt haben – aber selbst auf die Basics ist da bald kein Verlass mehr wie man hört… Ich schweife endgültig ab 🙂

Heute bin ich auf YouTube auf Husserl gestoßen, der die Phänomenologie schon erfunden hat. Praktisch, muss man nicht so viel selbst denken, nur ein mal, beim zuhören oder lesen 🙂 Gleich zu Beginn ist vom Beispiel mit dem Verkehrsunfall die Rede. Kurz: Je mehr Zeugenaussagen vorliegen, desto ungenauer wird das Bild des Unfalls.

Das passt, dachte ich mir: Phänomene sind also einmalige, nicht reproduzierbare Ereignisse oder Objekte. Ihre Beschreibung ist rein Assoziativ. Ist es reproduzierbar, können wir jederzeit falsche Assoziationen korrigieren, womit es kein Phänomen mehr sein kein. Soweit so schön, dachte ich…

Heißt das aber nicht auch das die Phänomenologie der Philosophie‘s tot ist 😉 Denn Ideen sind in der Sprache der Zeit zu assoziieren – mit allen Problem die Assoziation so mit sich bringt, also auch die sich verändernde Bedeutung der Inhalte. Wie kann Philosophie dann funktionieren? Ist sie stets ein geschlossenes Weltbild? Oder vielleicht doch Metaphysik – was wir, meiner Meinung nach, noch immer betreiben, wir nennen es nur nicht mehr so wenn wir in einer Vorbesprechung den Rahmen abstecken.

Wie dem auch sei, beim Menschen sind wir, Husserl und ich, nicht einig. So soll der Charakter durch Ablehnung aller Vorurteile erkennt werden, was praktisch ist. Allerdings gibt es auch mich und nicht nur kulturell bedingte Vorurteile. Ich denke, den Charakter eines Menschen nur dann erkennen zu können, wenn ich meinen eigenen, momentanen Charakter kenne:

Dazu, um den Beitrag und das Thema abzuschließen und um mich mal der Erkenntnistheorie zuzuwenden, folgendes Experiment, inklusive Postulat – statt Fragen 🙂

Mehrere Personen schreiben einen fiktiven Satz mit genau gleicher, für die Gruppe ausdiskutierter Bedeutung. Regelmäßig, am besten zufällig, wird die aktuelle Bedeutung abgefragt. Mein Postulat 😉 Sie wird sich aufgrund des momentanen Gemüts ändern. Je schwächer die Assoziationen zur Urbedeutung, desto mehr Einfluss hat Trauer, Freude, Müdigkeit oder Stress usw. auf die Bedeutung – bei fiktiven Sätzen kann man von wenig Assoziation ausgehen. Meine Umwelt beeinflusst somit indirekt die Bedeutung eines einzelnen Satzes. Aus einem „geht so“ kann ein „läuft“ und ein „nope“ werden. Je stärker assoziativ verwoben die Urbedeutung für das Individuum ist, desto geringer der Einfluss. Diese Sätze könnten dann wohl unsere Werte sein, oder?

Vernunft und Verstand

Es gibt sie, die rationelle, materielle Welt in der die Vernunft das höchste der Gefühle bedeutet. Es gibt aber auch die andere, die gefühlte, informelle und herzliche Welt. Das schönste Gefühl dort ist das des Verstehens.

Ist es eigentlich Fair eine Idee zu Kritisieren deren Eigentümer längst verstorben ist? Auch geistiges Eigentum verpflichtet und er kann seinen Pflichten nicht mehr nachkommen… Mal drüber nachdenken

Edit für mich ist das Thema Vernunft damit mehr oder weniger abgeschlossen. Kant sagt ja selbst das aus der Metaphysik der Vernunft nichts wissenschaftlich brauchbares abzuleiten ist. Warum damit noch beschäftigen? 🙂

Monismus und Dualismus

Ich wage es zu behaupten, das Monismus und Dualismus zusammen gehören und nicht getrennt betrachtet werden dürfen. Zumindest dann nicht, wenn ich ein halbwegs schlüssiges Weltbild haben möchte – einfach nur um nicht verrückt zu werden 🙂

Generell, wenn wir von Sprache Sprechen – und Monismus und Dualismus sind Sprache, sogenannte Wörter, die gibt es bisher nur in Sprachen 🙂 – heißt das, dass das was wir sagen, nicht reel existieren muss und, das was existiert nicht immer den gleichen Namen tragen muss.

Es geht noch weiter. Wenn ich etwas reales mit einem logischen Konstrukt (als System bsp.) versprachlichen möchte, kann es aufgrund der unterschiedlichen Bedeutungen der Wörter in unterschiedlichen Kulturen dazu kommen, das die Konstrukte, wie sie andere in ihrer Sprache tun, untereinander nicht identisch sind. Die Bedeutung bleibt aber die gleiche, nämlich das Reale.

Monismus

Der Monismus ist ein Konzept, bei dem sich alles auf das eine Konzentriert. Anzunehmen, nur CO2 sei die Ursache jeden Klimawandels, ist Monistisch. Die Welt in einem Satz erklären können ist auch Monistisch. Der eine Gott (aka Allah) ist der große Monismus morgen- und abendländischer Kulturen, die sich alle auf die selben Narrative beziehen. Nationalismus und Sozialismus sind die großem Monismen europäischen Bürgertums.

Das alles sind also Namen für Monismen die nur dadurch abgrenzbar zueinander sind, als das wir sie miteinander in Beziehung setzen. Und da sind wir auch schon am entscheidenden Punkt: Ein Monismus kann nur durch einen Dualismus entstehen. Ich muss meine „Nation“ mit „Gott“ vergleichen, ich muss „CO2“ und „Natur“ vergleichen. Problematisch ist nur zu glauben, das es keinen Dualismus gibt, wie es der Monismus ja quasi voraussetzt. Konsequent weitergedacht muss jeder Monist alles andere kategorisch ablehnen und „die Anderen“ in irgend einer Form erniedrigen um seiner Idee den Vorrang zu geben und um auch im Zweifel argumentieren zu können.

Ein Monismus nicht nur aus bloßer Vernunft heraus, sondern mit echtem Verstand, ist nichts weiter als der Name für ein Konzept, ein Ideal. Man kann das Konzept leben, niemals aber den Monismus – oder sollte man meiner Meinung nach nicht. So bereichern Monismen unsere individuelles, philosophisches Leben, nicht aber die Gemeinschaft, die immer alles andere als Homogen ist.

Dualismus

Womit wir beim Dualismus wären. Er erklärt die Welt durch zwei Konzepte. Hmm… Die Welt… Wenn ich meine sprachliche Welt meine, dann sind es in der Tat zwei Konzepte, die ich miteinander in Beziehung setzen und somit, jedes für sich, schärfen kann.

Ein solches Konzept lässt sich, wenn es nicht zum monistischen Ideal geworden ist, sondern als Idee unsere Phantasie beflügelt, dann auf andere Lebensbereiche transferieren. Ying und Yang zum Beispiel, um mal ein Beispiel in Erinnerung zu rufen. Man darf hier nicht vergessen, dass die asiatische Kultur hier philosophisch schon etwas weiter ist und sie ein monistisches Ying durch das immer anwesende Yang – und umgedreht – geschickt zu verhindern wissen. Charakteranalytiker, diese Asiaten??? 🙂

Dualismus heißt auch, wenn wir den Menschen betrachten, ein Recht auf Versammlung. Das Recht sich mit anderen Menschen zusammenzutun und eine Gemeinschaft zu bilden. Die Familie ist hier die kleinste – und leider nur durch Zusatzsätze, bzw. Fruchtbarkeitsritualen überlebensfähige – Gemeinschaft. Oder eben mehr als Zwei, was aber wiederum ethische Regeln bedarf die in der Vergangenheit schnell mal über Bord geworfen wurden…

Anders als den Monismus kann der Dualismus somit aus der Natur abgeleitet werden, womit er, wie gezeigt, sich für Naturgesetze eignet. Alles Leben hier auf diesem Planeten existieren nur, weil sich zwei Individuen zusammen tun. Es gibt kaum gleichgeschlechtliche Fortpflanzung in Flora und Fauna, und selbst dann verändert einer der beiden in der Regel sein Geschlecht.

Die Ideen „Staat“ und „Religion“, wie wir sie kennen, sind also nicht überlebensfähig weil Monistisch. Man kann das nun mit Gewalt durchsetzen oder einfach auf ein dualistisches Prinzip setzen.

Vielleicht kann man hier noch die Trinität oder Trinismus anführen, wenn es den gibt. „Das Schöne, das Gute und das Wahre“, sind eine philosophische Trinität; „Legislative, Judikative und (bezeichnenderweise) Exekutive“ ist eine staatliche Trinität. Der Begriff kommt eigentlich aus der Theologie und meint „Gott, Jesus und Geist“. Wenn alle drei Konzepte miteinander in Verbindung stehen, können sie auch eine Bedeutung haben. Denke ich. Wie das jetzt mit Bedeutung und drei Entitäten aussieht wird mir zu kompliziert 😀

Mein Fazit? „Monismus? Nein Danke!“, „Dualismus? Ja bitte“, und philosophisch und sprachlich darf es gerne weiter gehen.

Natur und Kultur

Hmm… vielleicht sollte ich den Text „Über mich“ überarbeiten und Naturalist hinzufügen. Meine Gedanken drehen sich nicht um Dinge, die der Mensch gemacht hat, ich möchte die Welt an sich verstehen. Grundlage allen Lebens auf diesem Planeten ist nun mal die Natur.

Auf der anderen Seite bin ich Mensch und Menschen machen Dinge. Davon mag einiges natürlich sein, aber aufgrund seines Intellekts gibt es auch Sachen auf diesem Planeten, die zweifelsfrei Kultur sind.

Beides gilt es zu respektieren, wobei die Natur selbst den wenigsten Respekt verspürt und Kultur nur in Grenzen geduldet wird – was auf irrigen Grundlagen autopoietischer Systeme zurückzuführen ist, welches System hat schon Grenzen und warum dann ausgerechnet die selbsterhaltenden? Hinzu möchte ich argumentieren, dass der Charakter keine Grenze kennt sondern jedes System sowohl sich als auch seine Umwelt sehen muss. Entferne ich die Umwelt durch Abgrenzung, bricht die Grundlage des Systems, das Warum es überhaupt zum System gekommen ist, weg. Mit Grenzen fehlen Ressourcen.

Zurück zur Natur, wenngleich wir schon mitten drin sind. Mein Naturalismus kennt also keine Grenzen, meine Natur ist alles, vom kleinsten bis an die Grenzen des Universums. Ich bin aber kein Materialist, und hier folgt die zweite Kritik an subnaturalistischen Ideen. Die Natur ist nicht nur Materie, sie ist auch Energie. Materialismus steht somit nur auf einem Bein der Natur, beispielsweise der Marxismus. Er kennt Energie nicht. Statt dessen setzt er auf Wissenschaft, die aber aus materialistischer Sicht nie mehr sein kann als Empirie und Wörterzählen.

Mein Naturalismus kennt auch glauben. Nicht in religiöser Natur sondern als wohlwollende Annahme. Naturalisten müssen glauben um von einer phänomenologischen Erkenntnis zu einer echten und valide Theorie zu gelangen. Wer die Natur beobachtet wird eine Vielzahl von Dingen sehen, die ohne Vorwissen oder weil noch nicht bekannt lediglich ein Phänomen sind. Die Konstruktion der Theorie erfolgt unter Annahmen und glauben, den Feinschliff erhält sie in der Diskussion und durch Kritik. Um zu einer naturalistischen Theorie zu gelangen ist glauben ein sehr nützliches Werkzeug. Erst ein übertriebener Konservatismus macht aus Glauben eine Irrlehre.

Wir müssen an der Stelle so langsam die Kultur einführen. Kultur ist was Menschen so machen. Das älteste, was wir kennen und uns zuschreiben ist Musik. Erste Instrumente sind Zehntausende Jahre alt. Später, vor weniger als 10.000 Jahren, kam Ackerbau, Viehzucht, Physik, Astrologie und Religion hinzu. Vielleicht auch die Fähigkeit, Feuer zu beherrschen, was vor 75.000 Jahren gewesen sein soll. Kultur ist für mich, wenn der Mensch sein Umfeld soweit verstanden hat, dass er es reproduzieren und für sich nutzen kann.

Vergessen wird, das auch unsere Sozialsysteme Kulturgut sind. Sie sind keine Materie aber sie sind dem Geist entsprungen. Diese Informativen Objekte beruhen auf einer Einhaltung strenger Regeln, wie alles was, bezeichnenderweise, auf -mus endet 🙂 Auf diese Art der Erkenntnis werde ich noch eingehen und so, vielleicht, ein neues Bild unserer Wahrnehmung zeichnen

Kultur, bezogen auf dem Charakter, ist patrialistisch. Alle Systeme, sei es der Staat, das Auto, Energietechnologie, Mondflüge, usw. sind von Männern gemacht. Ihnen wohnt ein Zug inne, den man nur durch rationale, also männliche Denkweise erkennen kann. Auch das lässt sich durch die noch zu veröffentliche Erkenntnistheorie erklären, es zeigt sich aber auch bei einer detaillierten Analyse der Systeme. Sie sind an die Natur angelehnt, aber nie ganz natürlich. Um auf die autopoietischen Systeme zurückzukommen – zu die ich irgendwann selbst kommen will – so sehen wir konstitutive Elemente. Es mag Betrachtungsweise sein, aber ein solches Element finde ich in keinem Lebewesen. Was gibt uns Mensch die Form die wir haben? „Form Follows Funktion“ oder nicht? Es bedarf keinen konstitutiven Charakter im System, vielmehr ist davon auszugehen das Konstitution durch Selbsterhalt entsteht.

Kultur kann also natürlich oder synthetisch sein. Jedes Regelwerk kann bis zu einem gewissen Grad funktionieren. Natürliche meist besser als synthetische. Synthetik hat einen ganz eigenen Charakter, der nicht mit der Natur an sich kompatibel sein muss. Das rationale Gehirn benutzt Synthetik, quasi als Glaubensersatz. Aber was sagt das Herz und der Bauch?

Synthetik ist einseitig, Natur vielseitig. Testen wir unser Kulturgut gegen die Natur, wird es stabiler weil es gegen viel mehr getestet wird. Testen wir es gegen Synthetik, wird es so, wie wir es im Abbild entwerfen – was auch für Menschen gilt.

Menschen werden so wie man sie macht. Lehrer, die glauben ihre Schüler seien doof werden, nachweislich, doofe Schüler bilden. Es gelingt also mit dem synthetischen Abbild vom Schüler messbare Lernmisserfolge zu erzielen. Wenn ich mir nun vorstelle das wir junge Menschen haben, die sich für das größte der Welt halten, heute zu Lehrern ausgebildet werden ist eine infantile Gesellschaft eine logische Konsequenz.

Meine Konsequenz ist, mich auf die Natur der Dinge zu konzentrieren. Wir brauchen natürliche Rechte, die das Recht des Individuums und die der Gemeinschaft schlägt. Denn ohne Natur kein Individuum und ohne Natur und Individuum keine Gemeinschaft.

Identität und Liberalismus

Eine kontroverses Thema, und natürlich habe ich meine eigene Meinung. Ich will jetzt keine Kritik üben sondern versuchen, diese herzuleiten und zu beleuchten. Das meiste ist so oder so ähnlich schon beschrieben worden, also nicht unbedingt beeindrucken lassen 🙂

Es gibt zwei Arten von Identität die von der Natur des Charakter herrührt. Es ist auch unsere Natur, beide Arten für uns zu nutzen, wir unterscheiden uns lediglich in der Laufrichtung oder Hierarchie.

Die eine Art ist, sich selbst als Teil einer Gemeinschaft zu sehen. Ich bin Bayer, ich bin Deutscher, ich bin Kölner, usw. Die Gemeinschaft ist die Kultur, in der wir sozialisiert werden, etwas transzendentes, in der wir Riten und Bräuche unbewusst und im guten vertrauen annehmen und, wenn ich es verantworten kann oder erhalten will, tradiere.

Die andere Art ist, sich als Individuum zu sehen. Ich bin Ingenieur, ich bin Bäcker, usw. Ich übernehme hier bewusst die Kultur, die Riten und Bräuche. Ich bin nicht weiter in der Pflicht oder Verantwortung, die Tradition wird durch die Freiwilligkeit Institutionalisiert oder ist sogar deshalb darauf angewiesen.

Natürlich sind wir nicht nur auf der einen oder anderen Seite zu finden. Wie Homoökonomikus verwenden wir selbstverständlich beide Arten, womit sich die Identität eines Menschen immer kooperativ, aus beiden Arten zu sehen ist.

Wir verwenden diese Arten aber nicht gleichwertig. Wir haben einen primären Charakter, eine primäre Identität. Aus ihr ergibt sich, wie wir denken und handeln. Die andere ist unser Backup auf welches wir uns berufen, wenn berechtigte Kritik auftaucht.

Die Stabilität der Identität ist abhängig von der Validität der Kultur oder der Gemeinschaft. Validität meint, das vorhandene Konzepte, Kontexte, Bedeutungen nachvollziehbar und funktionstüchtig sind. Ist dem nicht so, kann das Konstrukt durch Diskussion und Kritik in Zweifel gezogen werden.

Die stabilsten Konstrukte sind die mit langer und gelebter Tradition – wobei ich Tradition damit umreiße, dass wir nur sinnvolles an unsere Kinder weitergeben und jeden Brauch fallen lassen, wenn er nicht mehr gebraucht wird oder uns Schäden zufügte. Es ist das, was im Liberalismus die Vernunft übernimmt.

Sich auf eine solche Kultur berufen zu können wird bei Angriffen auf die Identität recht gut argumentieren können. So sind die am wenigsten anfälligen, die die auch mehrere tausend Jahre alt (Judentum zB.) sind, während junge Kulturen sich an diesen schnell aufreiben (Deutschtum zB.) 😉

Weniger stabil sind Konstrukte, deren Idee – wie gezeigt – relativ jung oder synthetischer Natur ist. Bei einem Angriff besteht die Gefahr, die Grundlagen seiner Identität zu verlieren. Insbesondere dann, wenn die Identität auf einem Konstrukt beruht, das „wie Rasierklinge auf Rasierklinge“ steht.

Wissenschaftler können beim Verlust der wissenschaftlichen Grundlage so ihre Identität verlieren. Die Diskussionen werden entsprechend hart geführt. Wer mit dem Rücken zur Wand, bzw. vor dem nichts steht, der wird kämpfen.

Die Gewichtung der beiden Varianten hängt von Charakter des einzelnen ab. Kombensative Charaktere (mein Systemcharakter bedarf ein Update *g) werden eher zur Kombination „erst Ich, dann Wir“ neigen, katalysatorische zu „erst wir, dann Ich“. Dieser scheinbare Gegensatz löst sich mit dem Ergebnis, der Funktion der Identität und seines Charakters.

Katalysatoren möchten selbst stabil bleiben. Sie vereint die Gleichheit des Individuums, des Katalysators. Dies bedarf ausreichend Kenntnis vom Mitmenschen, womit das Wir stets präsent ist. Eigentum verpflichtet ist ein Spruch aus diesen Kreisen, oder auch die Tatsache, dass das individuelle Recht da endet ist, wo das Recht anderer beginnt. Ihnen ist das Wir wichtiger als das Ich. [Update weil deutlicher: „präsenter als das Ich“]

Kompensatoren hingegen halten die Umgebung stabil. Dies bedarf einer Anpassung, Spezialisierung des Individuums. Sie sind deshalb Experten, die ihren Bereich in der Gemeinschaft optimal ausfüllen. Das diese strikte und strenge Aufgabenteilung überlebensnotwendig für die Umwelt, dem Charakter ist, sehen wir in der strengen Kontrolle jedes einzelnen und übernatürliche Rechte wie, missbräuchlich, Vernunftrecht sowie in Protokollen und Prozessen.

Geht es besser? Ja: Naturvölker agieren, matristische im besonderen, nach dem Konsensprinzip. Wenn man die Menschen befragt, stellt sich heraus, das jeder, auch der, der nicht an der Diskussion beteiligt ist, zwar keinen Prozess kennt, aber trotzdem sicher sind das a) jemand anwesend ist, der seine Gruppe vertritt, als auch b) jemand, der seine persönlichen Interessen vertritt. Sie vertrauen auf die oben herausgearbeitete Gruppen- und der Individalidendität, sie akzeptieren beide und trennen ihr Kollektiv nicht anhand dieser Identitäten. Es ist unsere Natur kooperativ zu sein.

Und was ist daran jetzt liberal? Die Kultur, Wir wichtiger zu nehmen als Ich. Das selbst ist noch nicht Liberalismus. Das wird es erst, wenn wir ihren Ursprung berücksichtigen, die Vernunft. Das sich befreien aus Zwängen, aus Herrschaft und Gewalt. Mit Mut als einzelner und Vernunft als Gemeinschaft, immer dessen bewusst, dass wir in Wahrheit unvernünftig sein können und der Möglichkeit, diese falsche Vernunft zu entfernen, ohne die Identität zu verlieren.

Energie und Geld

Kapitalismuskritik ist vielfältig, was aber unbestritten, auch unter echten Kapitalisten, ist, dass das Geldsystem kaputt ist.

Eine Alternative ist Gold. Gold gilt als Wertspeicher und soll Tauschmittel sein, bzw. werden. Problematisch ist die Kombination mit dem Eigentumskonzept jeder sesshaften Gesellschaft, ein Keim möglichen Neids – wenn echte Werte zum Tausch UND Speichern verwendet werden. Daher sollten wir unser Tauschmittel auf eine andere Basis stellen.

„Energie und Geld“ weiterlesen

Charakterupdate

[UPDATE] vom Update. Charakter der Systeme ist soweit lesbar und verständlich(er). Ich bin auf die Kritik aus dem Forum gespannt. Jetzt kommen für mich ein paar neue Themen, z.B. die Auszeit beenden und wieder was mit Einkommen machen 😉


Nach dem Forenbeitrag bearbeite ich den Charakter gerade umfassender. Ich frage mich, was der Charakter der Metaphysik ist. Im Endeffekt doch ein Satz aus fertigen Elementen. Klassisch irgendwie. Und so schön komplett, mag man meinen.

Charakter lässt sich damit aber nicht fassen. Charakter ist vielmehr die Idee, die Begriffe, die wir verwenden, vorher zu untersuchen denn nicht immer bennenen nicht immer alles korrekt und so kann eine Idee in eine falsche Richtung gelenkt werden.

Genau das untersuche ich. Ich versuche zu verstehen und nutze dazu die Analyse meiner Sprache und der Systeme und das ist Charakteranalyse.

Hmm… Ich sollte fertig werden, ich bin auf Kritik gespannt. Vielleicht kommen ein paar Fragestellungen vorab, ich muss ja über was beispielhaft nachdenken als Theoretiker 🙂

Informationstheorie und Disruption

Die Utopie, nur noch sehr wenig arbeiten zu müssen, ist nah. Es ist keine Frage des Obs sondern des Wanns. Warum passiert das jetzt?

Dazu muss man zunächst verstehen, dass wir mit der IT über Nachrichtentechnik im weitesten Sinne sprechen. Nur eben das nicht Physik sondern Mathematik die Grundlage ist. In der Umsetzung bauen wir zwar auf dem Physik auf, sie dient aber lediglich als Spielplatz. Als die ersten Chips gebaut wurden, war das toll für die Ingenieure, die Mathematiker waren aber noch nicht fertig. Eigentlich haben wir nur eine Theorie bestätigt und darauf ein Geschäftsmodell aufgebaut.

„Informationstheorie und Disruption“ weiterlesen

Update

Mein bescheidenes philosophisches Hauptwerk 😉 hat ein Update erfahren. Bislang standen hier nur Notizen – mehr oder weniger. Jedenfalls ist es jetzt diskussionswürdig, denke ich.

Jetzt geht das hier Im Blog schlecht. Also ab in die philosophischen Foren. Demnächst wird da mehr auftauchen. Ich bin gespannt auf die Resonanz.

Link