Phänomenologie und Assoziation

Ich muss mal mit diesen Und-Überschriften aufhören… 🙂

Seit einer ganzen Weile spukt etwas wie Phänomenologie im Kopf herum. Die Frage ist, wie wir ein Phänomen als Tatsache beweisen können. Ein Phänomen ist dabei zum Beispiel die Blüte einer Blume wenn man keine Ahnung hat was das ist. Man kann Leute herrufen, nur wenn die Blüte in dem Moment nicht da ist, hält man dich für doof oder man glaubt an ein Phänomen. Wer aber schlau ist wird herausfinden unter welchen Bedingungen die Blüte erscheint und genau dann seine Kollegen rufen. Ein anderer weg wäre die Natur nachzubauen, aber das ist ein anderes Thema, denke ich 🙂

Oder: Was ist ein Buchstabe oder ein Zeichen. Ich kann es benennen und anderen davon erzählen, wenn diese, wie in Platons Höhlengleichnis aber nur den Betrachter zusehen, bleibt er oder es ein Phänomen. Zum Glück haben wir Bildung, so das irgend wann mal jemand sagen wird worauf wir uns da geeinigt haben – aber selbst auf die Basics ist da bald kein Verlass mehr wie man hört… Ich schweife endgültig ab 🙂

Heute bin ich auf YouTube auf Husserl gestoßen, der die Phänomenologie schon erfunden hat. Praktisch, muss man nicht so viel selbst denken, nur ein mal, beim zuhören oder lesen 🙂 Gleich zu Beginn ist vom Beispiel mit dem Verkehrsunfall die Rede. Kurz: Je mehr Zeugenaussagen vorliegen, desto ungenauer wird das Bild des Unfalls.

Das passt, dachte ich mir: Phänomene sind also einmalige, nicht reproduzierbare Ereignisse oder Objekte. Ihre Beschreibung ist rein Assoziativ. Ist es reproduzierbar, können wir jederzeit falsche Assoziationen korrigieren, womit es kein Phänomen mehr sein kein. Soweit so schön, dachte ich…

Heißt das aber nicht auch das die Phänomenologie der Philosophie‘s tot ist 😉 Denn Ideen sind in der Sprache der Zeit zu assoziieren – mit allen Problem die Assoziation so mit sich bringt, also auch die sich verändernde Bedeutung der Inhalte. Wie kann Philosophie dann funktionieren? Ist sie stets ein geschlossenes Weltbild? Oder vielleicht doch Metaphysik – was wir, meiner Meinung nach, noch immer betreiben, wir nennen es nur nicht mehr so wenn wir in einer Vorbesprechung den Rahmen abstecken.

Wie dem auch sei, beim Menschen sind wir, Husserl und ich, nicht einig. So soll der Charakter durch Ablehnung aller Vorurteile erkennt werden, was praktisch ist. Allerdings gibt es auch mich und nicht nur kulturell bedingte Vorurteile. Ich denke, den Charakter eines Menschen nur dann erkennen zu können, wenn ich meinen eigenen, momentanen Charakter kenne:

Dazu, um den Beitrag und das Thema abzuschließen und um mich mal der Erkenntnistheorie zuzuwenden, folgendes Experiment, inklusive Postulat – statt Fragen 🙂

Mehrere Personen schreiben einen fiktiven Satz mit genau gleicher, für die Gruppe ausdiskutierter Bedeutung. Regelmäßig, am besten zufällig, wird die aktuelle Bedeutung abgefragt. Mein Postulat 😉 Sie wird sich aufgrund des momentanen Gemüts ändern. Je schwächer die Assoziationen zur Urbedeutung, desto mehr Einfluss hat Trauer, Freude, Müdigkeit oder Stress usw. auf die Bedeutung – bei fiktiven Sätzen kann man von wenig Assoziation ausgehen. Meine Umwelt beeinflusst somit indirekt die Bedeutung eines einzelnen Satzes. Aus einem „geht so“ kann ein „läuft“ und ein „nope“ werden. Je stärker assoziativ verwoben die Urbedeutung für das Individuum ist, desto geringer der Einfluss. Diese Sätze könnten dann wohl unsere Werte sein, oder?

Identität und Liberalismus

Eine kontroverses Thema, und natürlich habe ich meine eigene Meinung. Ich will jetzt keine Kritik üben sondern versuchen, diese herzuleiten und zu beleuchten. Das meiste ist so oder so ähnlich schon beschrieben worden, also nicht unbedingt beeindrucken lassen 🙂

Es gibt zwei Arten von Identität die von der Natur des Charakter herrührt. Es ist auch unsere Natur, beide Arten für uns zu nutzen, wir unterscheiden uns lediglich in der Laufrichtung oder Hierarchie.

Die eine Art ist, sich selbst als Teil einer Gemeinschaft zu sehen. Ich bin Bayer, ich bin Deutscher, ich bin Kölner, usw. Die Gemeinschaft ist die Kultur, in der wir sozialisiert werden, etwas transzendentes, in der wir Riten und Bräuche unbewusst und im guten vertrauen annehmen und, wenn ich es verantworten kann oder erhalten will, tradiere.

Die andere Art ist, sich als Individuum zu sehen. Ich bin Ingenieur, ich bin Bäcker, usw. Ich übernehme hier bewusst die Kultur, die Riten und Bräuche. Ich bin nicht weiter in der Pflicht oder Verantwortung, die Tradition wird durch die Freiwilligkeit Institutionalisiert oder ist sogar deshalb darauf angewiesen.

Natürlich sind wir nicht nur auf der einen oder anderen Seite zu finden. Wie Homoökonomikus verwenden wir selbstverständlich beide Arten, womit sich die Identität eines Menschen immer kooperativ, aus beiden Arten zu sehen ist.

Wir verwenden diese Arten aber nicht gleichwertig. Wir haben einen primären Charakter, eine primäre Identität. Aus ihr ergibt sich, wie wir denken und handeln. Die andere ist unser Backup auf welches wir uns berufen, wenn berechtigte Kritik auftaucht.

Die Stabilität der Identität ist abhängig von der Validität der Kultur oder der Gemeinschaft. Validität meint, das vorhandene Konzepte, Kontexte, Bedeutungen nachvollziehbar und funktionstüchtig sind. Ist dem nicht so, kann das Konstrukt durch Diskussion und Kritik in Zweifel gezogen werden.

Die stabilsten Konstrukte sind die mit langer und gelebter Tradition – wobei ich Tradition damit umreiße, dass wir nur sinnvolles an unsere Kinder weitergeben und jeden Brauch fallen lassen, wenn er nicht mehr gebraucht wird oder uns Schäden zufügte. Es ist das, was im Liberalismus die Vernunft übernimmt.

Sich auf eine solche Kultur berufen zu können wird bei Angriffen auf die Identität recht gut argumentieren können. So sind die am wenigsten anfälligen, die die auch mehrere tausend Jahre alt (Judentum zB.) sind, während junge Kulturen sich an diesen schnell aufreiben (Deutschtum zB.) 😉

Weniger stabil sind Konstrukte, deren Idee – wie gezeigt – relativ jung oder synthetischer Natur ist. Bei einem Angriff besteht die Gefahr, die Grundlagen seiner Identität zu verlieren. Insbesondere dann, wenn die Identität auf einem Konstrukt beruht, das „wie Rasierklinge auf Rasierklinge“ steht.

Wissenschaftler können beim Verlust der wissenschaftlichen Grundlage so ihre Identität verlieren. Die Diskussionen werden entsprechend hart geführt. Wer mit dem Rücken zur Wand, bzw. vor dem nichts steht, der wird kämpfen.

Die Gewichtung der beiden Varianten hängt von Charakter des einzelnen ab. Kombensative Charaktere (mein Systemcharakter bedarf ein Update *g) werden eher zur Kombination „erst Ich, dann Wir“ neigen, katalysatorische zu „erst wir, dann Ich“. Dieser scheinbare Gegensatz löst sich mit dem Ergebnis, der Funktion der Identität und seines Charakters.

Katalysatoren möchten selbst stabil bleiben. Sie vereint die Gleichheit des Individuums, des Katalysators. Dies bedarf ausreichend Kenntnis vom Mitmenschen, womit das Wir stets präsent ist. Eigentum verpflichtet ist ein Spruch aus diesen Kreisen, oder auch die Tatsache, dass das individuelle Recht da endet ist, wo das Recht anderer beginnt. Ihnen ist das Wir wichtiger als das Ich. [Update weil deutlicher: „präsenter als das Ich“]

Kompensatoren hingegen halten die Umgebung stabil. Dies bedarf einer Anpassung, Spezialisierung des Individuums. Sie sind deshalb Experten, die ihren Bereich in der Gemeinschaft optimal ausfüllen. Das diese strikte und strenge Aufgabenteilung überlebensnotwendig für die Umwelt, dem Charakter ist, sehen wir in der strengen Kontrolle jedes einzelnen und übernatürliche Rechte wie, missbräuchlich, Vernunftrecht sowie in Protokollen und Prozessen.

Geht es besser? Ja: Naturvölker agieren, matristische im besonderen, nach dem Konsensprinzip. Wenn man die Menschen befragt, stellt sich heraus, das jeder, auch der, der nicht an der Diskussion beteiligt ist, zwar keinen Prozess kennt, aber trotzdem sicher sind das a) jemand anwesend ist, der seine Gruppe vertritt, als auch b) jemand, der seine persönlichen Interessen vertritt. Sie vertrauen auf die oben herausgearbeitete Gruppen- und der Individalidendität, sie akzeptieren beide und trennen ihr Kollektiv nicht anhand dieser Identitäten. Es ist unsere Natur kooperativ zu sein.

Und was ist daran jetzt liberal? Die Kultur, Wir wichtiger zu nehmen als Ich. Das selbst ist noch nicht Liberalismus. Das wird es erst, wenn wir ihren Ursprung berücksichtigen, die Vernunft. Das sich befreien aus Zwängen, aus Herrschaft und Gewalt. Mit Mut als einzelner und Vernunft als Gemeinschaft, immer dessen bewusst, dass wir in Wahrheit unvernünftig sein können und der Möglichkeit, diese falsche Vernunft zu entfernen, ohne die Identität zu verlieren.

Charakterupdate

[UPDATE] vom Update. Charakter der Systeme ist soweit lesbar und verständlich(er). Ich bin auf die Kritik aus dem Forum gespannt. Jetzt kommen für mich ein paar neue Themen, z.B. die Auszeit beenden und wieder was mit Einkommen machen 😉


Nach dem Forenbeitrag bearbeite ich den Charakter gerade umfassender. Ich frage mich, was der Charakter der Metaphysik ist. Im Endeffekt doch ein Satz aus fertigen Elementen. Klassisch irgendwie. Und so schön komplett, mag man meinen.

Charakter lässt sich damit aber nicht fassen. Charakter ist vielmehr die Idee, die Begriffe, die wir verwenden, vorher zu untersuchen denn nicht immer bennenen nicht immer alles korrekt und so kann eine Idee in eine falsche Richtung gelenkt werden.

Genau das untersuche ich. Ich versuche zu verstehen und nutze dazu die Analyse meiner Sprache und der Systeme und das ist Charakteranalyse.

Hmm… Ich sollte fertig werden, ich bin auf Kritik gespannt. Vielleicht kommen ein paar Fragestellungen vorab, ich muss ja über was beispielhaft nachdenken als Theoretiker 🙂

Update

Mein bescheidenes philosophisches Hauptwerk 😉 hat ein Update erfahren. Bislang standen hier nur Notizen – mehr oder weniger. Jedenfalls ist es jetzt diskussionswürdig, denke ich.

Jetzt geht das hier Im Blog schlecht. Also ab in die philosophischen Foren. Demnächst wird da mehr auftauchen. Ich bin gespannt auf die Resonanz.

Link

Dissipative Gesellschaftssysteme

Wer mich kennt, der weis was jetzt kommt: Politikbashing. Nicht ohne Grund, wie ich meine, denn wir haben die Wahl, Gesellschaftsmodelle, die ausbeuten, die nur leben weil sie sich aus ihrer Umwelt ernähren, nicht zu verwenden. Warum sollten dissipative Systeme abgelehnt werden?

Sozialismus und Nationalismus ist immer wieder Thema. Beide Modelle ernähren sich von anderen. Im Sozialismus ist das die Kultur anderer, die assimiliert wird. Bislang hat kein Volk oder Gemeinschaft dies überlebt. Der Nationalismus ist da verschlossener und er entfaltet seine Macht irgendwo in dieser Zurückhaltung: Letztlich überlebt er nur aufgrund seiner Ökonomie, die heute den Zufluss von außen braucht.

Nationalismus und Sozialismus braucht andere um selbst am Leben zu bleiben und das was ich Dissipative Gesellschaftssysteme nenne. Sie haben eine Supersymetrie im Sinn. Ohne Feind, ohne Geldquelle, ohne Inspiration kann nichts leben, auch nicht wenn wir noch so viele sind und 120% Mehrheiten erreichen würden, es funktioniert nicht. Merkt das niemand oder warum stehen diverse, vor allem dissipative Ideologien nicht mehr in der öffentlichen Diskussion? Aufklärung funktioniert anders…

Ursprung des Charakters

Charakter ist, was wir an oder in jemanden sehen. Wie kommt dieser Charakter aber in die Person?

Ein Teil dieses Charakters hat seinen Ursprung in den Systemen die wir nutzen, denn diese haben einen ihren eigenen. Um diesen zu betrachten müssen wir uns die ureigene Eigenschaft des Menschen zu eigen machen, in jedes Objekt eine Persönlichkeit zu legen. Wer mit seinem Handy oder Computer spricht, der lebt was ich meine 😉

Wir müssen dabei vorwiegend auf Systeme achten, deren permanente Nutzung einen Charaktertransfer erleichtert. Ihre Anwendung geht uns dabei quasi in Fleisch und Blut über wenn wir uns damit umgeben und ggf. diverse Glaubenssätze anwenden um deren Anwendung zu legitimieren. Wir reden von Kulturen im Geldwesen, Geschichte, Gemeinschaftsleben und Religion. Die Liste ist offen, wenn nur möglichst viele Individuen die Kultur teilen und leben.

Aus Einem Viele

Was in der Wirtschaft gang und gebe ist und bei vielen auch nur logisch ist, wird in der Politik wehement bekämpft. Monopolisten werden zerschlagen. Warum nicht auch mit den Nationen und Staaten? Vielfalt statt Einfalt!

Politik. Problem der Lösung

Zu glauben, die Politik sei eine Lösung, der hat das Problem nicht erkannt oder ist Politiker. Mit der richtigen Interpunktion passts aber wieder: Erst kommt der Wunsch, dann die Politik und dann die Probleme. Politiker sind Manipulateure. Am Ende des Prozesses können Sie nur eines, nämlich das Versagen anderen in die Schuhe zu schieben. Selftreflexion Fehlanzeige, sie müssten dann ja alle zurücktreten.

Wähler fallen auf diesen Trick herein. Er ist so Konsens das wir adaptieren, unwillentlich, vor allem dann, wenn wir glauben, Politik sei eine Lösung.

Natur gegen Kultur

Es ist unsere Natur friedlich zusammen zu leben und im Einklang mit der Natur zu agieren. Es ist unsere Kultur uns zu bekriegen und andere und die Natur auszubeuten. Es sollte Kultur sein natürlich zu leben, als Individuum und in Gemeinschaft, zum Erhalt des Lebens und der Kulturen.

Kollektive Kognitive Dissonanz

Man spricht von einer Kognitiven Dissonanz wenn Wunsch und Realität auseinandertriften. Sie äußert sich dann durch Neid, Eifersucht, Leere. Der Wunsch kann dabei jedes Bedürfnis oder auch das Wertesystem sein. Möchte ich nach einer bestimmten Fassion leben und ich kann das nicht, dann entsteht eine Kognitive Dissonanz.

Greta zeigt vielen gerade, dass sie in so einer kognitiven Dissonanz leben. So, wie wir unsere universalistische Weltanschauung leben, kann es nur dann weiter gehen, wenn wir auf Gentechnik und weiterhin Öl setzen. Unsere, im wahrsten Sinne des Wortes, verwüsteten Böden in Deutschland werden ohne diese Mittel bei gleichem Lebensstil nicht mehr ewig mitmachen. Unsere Kultur jedem alles zu ermöglichen hat zur Zerstörung von 90% allen natürlich Lebensraum beigetragen, Flora wie Fauna ist nur noch ein Bruchteil dessen was es vor 150 Jahren noch war. Wir haben in wenigen, sehr wenigen Generationen das Leben auf diesem Planeten ausgelöscht und dieser Rächt sich. Aber die Lösung steht parat, zwei Genmenschen, transhumanistische Wesen sozusagen, existieren. Aber wollen wir diesen linken Weg den die EU da eingeschlagen hat und zum Vorschein kommt? Wollen wir den Planeten und die Natur retten oder gegen eine transnatürlichen Lebensraum ersetzen?

Wir werden aufwachen und erkennen wem wir unsere Stimme gegeben haben. Ich zweifle nicht, dass die Welt, die wir dann vorfinden, eine andere ist als die, in der wir geglaubt haben zu leben. Und wieder wird es heißen, wir müssen nach vorne blicken und es besser machen.

Oder wir wachen auf und begreifen das wir falsch liegen. Das die Politik und die Religion nicht die Lösung sondern das Problem ist. Das unsere Ideen, die wir aus der Vielfalt unserer sozialen Natur generieren eben nicht den Planeten so hinterlassen wie es die Politik und Religion tut. Verwüstung, leere Meere, Müll wohin das Auge reicht – Plastik nachweisbar in jedem Menschen, anthropogener Müll in jeder Quelle. 6000 Jahre Staatenbildung, Monotheismus, Politik und Zivilisation. Zu begreifen, dass Rechtspositivismus eine Gefahr für das Leben ist, das wird die neue kollektive Dissonanz!