Die Hure Vernunft

Was gute Sitte ist soll Recht werden, Naturrecht. Was schlechte Sitte ist, dem sollten wir entsagen. Das gute vom schlechten zu trennen bedarf der Vernunft.

Wenn wir an eine Gott glauben und dieser verlangt sich selbst zu kasteien, dann darf jeder Mensch sich erheben und sein Leid zum Ausdruck bringen. Mit Vernunft wird so dieser schlechten Sitte für die Zukunft eine neue Sitte untergeschoben, das Vernunftrecht.

Mit Vernunft können wir dissipativen Gesellschaftssystemen den Rücken zu wenden. Systemen, die zum überleben mehr Ressourcen brauchen als sie an ihre Umwelt abgeben – gerne auch leicht vergiftet. Deren Gemeinwohlstand führt zu Ausbeutung, Bevormundung und Sklaverei anderer. Irgendwer wird bezahlen, ganz bestimmt aber nicht die Teile des Systems selbst. Dissipativ eben.

Heute wollen wir die Gesellschaft verändern. Mehr Klimaschutz, mehr Nähe zur Natur, mehr Gedanken über das Wie Wir Leben machen, das soll gute Sitte werden. Vermeintlich, das System, mit dem wir dies wollen, die Institutionen die es machen sollen, sind Dissipativ. Die Vernunft ist nicht die Vernunft, geboren aus dem Mut des Einzelnen, es ist die Vernunft eines vereinnahmenden Systems.

Vernunft ist heute die Hure dieser Systeme die immer dann durchs Dorf gejagt wird wenn wir, die Menschen, wieder im Lichte einer Einheit, mit einem guten Gewissen und im guten Glauben, dass diesmal alles besser würde, unsere Sitten überarbeiten sollen. Eine Hure, die man aus dem Hut zaubert und sich so sexy gibt, das man dem nur schwerlich widerstehen kann, wenn sich irgendwo irgendwer irgendeinen Vorteil verspricht. Sie vernebelt uns die Sinne und macht unwillig jede andere Form der Vernunft zu akzeptieren. Diese kranke Vernunft ist unser Ideal geworden.

Ich plädiere für eine emphatische Vernunft! Eine die einschließt und nicht ausgrenzt. Eine Vernunft die gutes Recht produziert und nicht nur für den kurzfristigen Erfolg, der eigenen Existenz wegen, aus dem Repertoire gezogen wird. Keine Bevormundung mehr, genau das wollte die Vernunft, selbst denken war die Devise. Vernunft ist für alle und es kostet Mut und _im Anschluss_ viel Energie sich von dieser Hure der Bequemlichkeit und Ausbeutung loszusagen und dem schönen Dingen einen Flow zu geben – der dann gerne gute Sitte und aus ihrem Wesen zu gutes Recht werden darf

[Ich habe den Beitrag zurückdatiert weil er bereits andernorts veröffentlicht ist. So passt dann die Timeline hier im Blog wieder 😉 ]

Innovatives Management

Momentan habe ich die Zeit, meine Aufmerksamkeit in viele Richtungen zu lenken. Darunter das Innovationsmanagement und dem Problem, das Innovation nicht managebar sei. Ist dem so?

In meiner BWL-Ausbildung war Organisationslehre mit am interessantesten, speziell die Herausforderung der logischen Verknüpfungen zwischen allen Organen. Mein Ergo: unsere Darstellungen lassen die optimale Organisation nicht verbildlichen.

Nach einem Beitrag von Günther Dück musste ich mal wieder über das Problem nachdenken. Es sind ein paar Jahre vergangen, also steht da jetzt mehr an Kontext zur Verfügung 😉

Welche Anforderungen werden an eine neue Unternehmensform also gestellt werden?

  • Es muss die Menschen berücksichtigen, ihren Charakter und Gruppendynamiken
  • Ohne Forschung keine Erfindung und Erfindung ist Innovation
  • Bereitschaft zur Dissonanz und Veränderung

„Innovatives Management“ weiterlesen

Update

Mein bescheidenes philosophisches Hauptwerk 😉 hat ein Update erfahren. Bislang standen hier nur Notizen – mehr oder weniger. Jedenfalls ist es jetzt diskussionswürdig, denke ich.

Jetzt geht das hier Im Blog schlecht. Also ab in die philosophischen Foren. Demnächst wird da mehr auftauchen. Ich bin gespannt auf die Resonanz.

Link

Ich bin…

…“aus Tradition progressiv“ oder „progressiv konservativ“ wenn ich alten Texten, vor allem der Gesellschaft dahinter, eine größere Beachtung schenke als es Progressive und Konservative gerne sehen?

Konstruktivismus relativ radikal

Ich bin mal wieder auf den Konstruktivismus gestoßen. Einer meiner ersten Themen in der Philosophie mal wieder etwas neu betrachtet.

Der Radikale Konstruktivismus wird gerne weniger ernst genommen, geht er sich sehr weit. Aber er findet sich eben auch in der Physik, im Doppeltspaltexperiment. Einsteins Meinung, der Mond sei auch da, wenn er nicht hinsehe, verdankt er nur dem Fakt das dort ausreichend Wirkung ist um Interaktion und damit die Materialisierung der Elemente zu ermöglichen.

Man findet ihn auch in der Debatte um die Privatsphäre. Wir betreiben jeden Tag Metaphysik. Sie generiert unser Weltbild, unsere Basis, die Heimat, wenn wir herumdenken. Werden wir kontrolliert, so hat das Einfluss auf unser denken und im Rückschluss auf die Metaphysik. Denn wenn wir echte Kritik betreiben wollen, dann müssen wir die Position des unbeobachteten Beobachters einnehmen, ein Gedankengang, der so nicht geplant sein kann.

Der Radikale Konstruktivismus kann halt doch was 😉

Der vergessene See

Wir reden über Klimawandel. Streng genommen über den Menschengemachten. Was ich vermisse, und das auch irgendwie ökologisch, ist der Aralsee. Der viertgrößte See der Welt ausgetrocknet, Ursache: industrielle Baumwollproduktion.

Zum einen ist zweifelsfrei der Mensch schuld. Die verlorene Wasserfläche und die Wüste haben ebensozweifelsfrei Auswirkung auf das Klima. Warum taucht er in der Debatte nicht auf? Nichtmal die Rechtschreibprüfung der App kennt ihn.

Zum einen Weil die Erkenntnisse es irgendwie nicht erlauben Vorschriften daraus zu gewinnen, die zu globalen Steuern führen.

Aber auch weil die westliche Gesellschaft zugeben müsste, dass sie eben nicht die Lösung hat sondern ihre Ideen regelmäßig zu massiver Umwelt- und Naturschutz führt. Nur darf nicht sein was nicht sein kann und so bleiben eben die Schäden der politischen Ökonomie unerwähnt.

Es ist wieder Zeit für mehr Naturrecht das kein Mensch, vor allem kein Politiker, brechen kann!

Söder isst zu viele Weißwürste

Was ist Heimat? Das unübersetzbare Wort zu definieren bringt phantasievolle Ideen hervor. Eine ist quasi das Sprichwort „Du bist was du isst“. Das heißt, das was du isst, das bist du:

Ich bin Franke. Söder ist Franke. Wir kennen uns sozusagen, wir haben das gleiche gegessen. Schäuferla oder so. Wir haben ganz bestimmt, oder auch nicht, das gleiche Bier getrunken. Wenn ich mir ihn aber als bayerischen Minister anhöre, dann bleibt nach einer Sendung „quer“ die Conclusio: Der Mann isst zu viel Weißwürste! 😉