Das politische Spektrum

Es gibt viele Meinungen in der Politik. Diese irgendwie zu veranschaulichen, ist eine Herausforderung und bislang gibt es da wenig, was einigermaßen zufriedenstellt.

Eindimensional

Ein eindimensionales Modell ist im Prinzip eine Dichotomie. Es geht dabei um ein Konzept, welches seit etwa 6000 Jahren existiert. Es geht um Gut und Böse, bzw. das denken in Widersprüchen. Früher waren diese Widersprüche Gott und Satan, heute ist es Rechts und Links. Was davon Gut und was Böse ist, liegt immer im Auge des Betrachters. Für den einen ist ein Mensch ein Rebell, für den anderen der selbe ein Terrorist. Selbstverständlich ist die eigene Partei die gute, und die anderen sind die Bösen.

Wer in einfachen Strukturen denkt und handelt, wie Kinder zum Beispiel, der ist hier Zuhause. Es ist möglich und von Politikern sicherlich nicht unbeabsichtigt – es sei denn, sie seinen wirklich nicht besonders intelligent – sogenannte falsche Dichotomien zu platzieren, in denen es scheinbar, also besonders Wortgewand und mit Charisma vorgetragen, ein Dilemma gäbe. Das Ergebnis ist, also könnte man sich wieder innerhalb der gewohnten einfältigen Strukturen entscheiden. Nur, das Dilemma gibt es nicht und somit bedarf es auch keine Lösung. Oder anders Ausgedrückt: Wenn die Politik das Problem ist und nicht die Lösung 😉 Wie gesagt, wir sprechen hier von einfachen Denkstrukturen…

Zweidimensional

Interessanter sind zweidimensionale Modelle, die zum Teil schon recht gut sind, oft aber auf schwammig bleiben, wenn sie zum Beispiel die „ökonomische Rechte und Linke“ erwähnen, ohne zu konkretisieren, was damit gemeint ist. Wer den Unterschied nicht kennt, mag sich schnell zu falschen Entscheidungen verleiten lassen. Mit Keksen oder einer Bratwurst.

Da sich zweidimensionale Modelle aus zwei Gegenpolen zusammensetzen, ist die Frage, welche Gegenpole man verwenden könnte, ohne das diese sich überschneiden. Rechts und Links sind bereits aus der engeren Wahl ausgeschieden. Ein häufig verwendeter ist Liberal vs. Autoritär. Es ist schon mal eine echte Dichotomie jedenfalls. Analog wird auch Individualistisch vs. Kollektivistisch genannt. Autoritär und Kollektivistisch gehen von der Gemeinschaft aus und wollen so Einfluss auf das Individuum nehmen. Liberale oder Individualistische Ideen sehen den Menschen im Vordergrund und entwickeln so eine Gemeinschaft, bzw. viele Gemeinschaften. Autoritär wäre eine Kultur auf diesem Planeten, inklusive einer Regierung, liberal wäre viele Kulturen und keine Regierung.

Es gäbe noch eine, die das Rechtswesen charakterisiert. Natürlich oder Positivistisch. Das heißt, natürliche Rechte, wie das Recht auf Leben des Lebens wegen, oder Rechtspositivismus und Vernunftrecht, wenn man Leben darf weil der Staat es dir erlaubt. Aber kollidiert dies nicht auch mit Autoritär (Vernunftrecht) und Liberal (Naturrecht)?

Oder vielleicht Progressiv vs. Konservativ? Wenn man sich die beiden Gegensätze ansieht, könnte man darin eine Entwicklung aus der Zeit der Aufklärung erkennen. Konservativ ist relativ rückwärts gewannt. Früher war alles besser ist kein Spruch der Neuzeit, sondern aus der Antike bis in die Renaissance. Die Idee, zurückzuschauen, was man schon mal erreicht hatte und wie toll es war um damit die Zukunft zu gestalten würde ich pauschalisiert als Konservativ zusammenfassen. In der Zeit der Aufklärung begann man aber nach vorne zu blicken und die Zukunft aktiver, hin zu einem Ziel, zu gestalten. Das Neue war plötzlich das Ideal. All das kann man unter Progressivismus zusammenfassen.

Somit hätten wir zwei Dimensionen. Autoritär/Kollektivistisch/Vernunftrechtlich vs. Libertär/Individualistisch/Naturrechtlich auf der einen Seite und Konservativ/Früher/Rückblickend vs. Progressiv/Neues/Nachvorneblickend auf der anderen Seite.

Dreidimensional

Wenn wir diese Ideen nun zusammenfassen, hätten wir ein dreidimensionales Modell:

  • Autoritär vs. Libertär
  • Vernunftrecht vs. Naturrecht
  • Konservativ vs. Progressiv

Man könnte ein solches Modell aber auch als Spannungsfeld aufziehen aus drei Polen aufziehen. Wie dieses gut funktioniert, kenne ich aus dem Projektmanagement, in dem sich alles zwischen „Kosten“, „Zeit“ und „Qualität“ abspielt. Jede Entscheidung ist durch diese drei Pole beeinflusst. Mehr Qualität geht zulasten der Kosten und/oder der Zeit, usw.

Ich denke, ein solches, also ein dreidimensionales Modell, ist notwendig, um einzuordnen, wie ein Mensch sich zu seiner Umwelt verhält. Von meinen drei Dimensionen bin ich noch nicht überzeugt, schließlich ist Vernunftrecht auch als Vorschrift oder Willkür bekannt und eher dem autoritären Lager zuzuordnen. Letztlich soll es zum Nachdenken anregen und der leisen Hoffnung dienen, irgendwann jede Idee besser im politischen Spektrum einzuordnen, als es heute möglich ist.

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