Der Mensch. Fiedlich oder gewaltsam?

Ich hatte bereits über die beiden Denkrichtungen Objektivismus und Subjektivismus und ihre Bezug zum Menschen geschrieben. Ob die beiden folgenden Thesen auf den Subjektivismus oder den Objektivismus aufbauen oder daraus resultierend, weiß ich nicht. Es gibt die Idee des vollkommenen und des unvollkommenen Menschen. Letzteres passt zum Objektivismus und wird häufig von Anhängern dieser Ideenwelt tradiert. Nun mal ein anderer Blickwinkel, ein Klassiker. Rousseau vs. Hobbes.

Team Hobbes

Hobbes und seine Ideen sind weiter verbreitet als die Rousseaus. Es gibt einen gravierenden Widerspruch in seiner These, dass ich nicht ganz verstehe, warum so viele Denker und Wissenschaftler ihm folgen.

In seiner These geht es darum, dass der Mensch ein wildes Tier sei. Jeder gegen jeden sozusagen. Nur zur Paarung würde man sich zusammenfinden. Der Mensch ist des Menschen Wolf, wer kennt den Spruch nicht, ist eine Erfindung Hobbes. Dann aber wäre die Idee entstanden, sich zusammenzutun, damit man sich nicht mehr gegenseitig umbringen würde. Wir spannen also um unsere wilde Natur freiwillig einen Geflecht namens Staat – oder zuvor Religion – um endlich kultiviert zu werden.

Der Widerspruch ist offensichtlich. Wenn wir wild sind, warum sollten wir etwas anderen wollen als wild zu sein? Warum bin ich nicht einfach friedlich, wenn ich friedlich sein will? Warum braucht es eine moralische Instanz, die über mir steht. Kann ich als Mensch nicht selbst entscheiden, was ich mache?

Die Neurowissenschaft zeigt seit einigen Jahren, dass Hobbes und seine Anhänger falsch lagen und liegen. Da die Mehrheit ihm folgt, werden die Erkenntnisse so kategorisch ignoriert, dass man sie nur selten bis gar nicht findet, vor allem nicht im philosophischen Kontext. Mir sind in etwa fünf Jahren ganze zwei Beiträge untergekommen. Einmal ein Vortag einer Privatschule und erst kürzlich im Staatsfernsehen der Schweiz. Lieber schweigt man Hobbes tot als seinen Gegenspieler zu Rehabilitieren. Lieber mehr Staat als mehr Mensch…

Team Rousseau

Bei Rousseau ist der Mensch ein geselliges Wesen. Er möchte in einer Gemeinschaft leben – wie es indirekt auch Hobbes sagt, wenngleich er die Selbstgeiselung oder soetwas als Grund annimmt – Das Ziel des Menschen ist es, mit anderen zu interagieren und so seine Existenz zu sichern. Der Grund, weshalb der Mensch zu bösen Taten neigt, sind äußere Umstände. Das kann eine Gefährdung der Existenz sein oder auch das System, also der Staat und die Religion, die mit ihrem – das ist jetzt meine Ergänzung – künstlichen Systemen, ihren irrationalen Ideen, widersprüchlicher Ethik und ihrer Hypermoral dafür sorgen, dass Menschen aufeinander losgehen.

Alle Kriege der letzten Jahrhunderte waren religiös oder politisch motiviert, sprich es waren immer Ideologiekriege. Oder gibt es Kulturen, die aus Tradition kriege führen?

Rousseau ist das, was wir heute als Libertär bis Anarchistisch einordnen würden. Er sagt, dass wir eben wegen der Ideologie Dinge tun, die nicht unsere Natur sind. Wenn man seine Idee weiter denkt, landen wir bei kleinen Kommunen, die selbstbestimmt leben aber immer im Austausch sind, um zu verhindern, dass es irgendwo zur Not kommt, die zu irgendwelchen Überlebenskämpfen führen könnten. Wir wären kulturell sehr stark Vernetzt und trotzdem autark. Es gäbe eine große Toleranz anderen Ideen gegenüber, solange sie nicht die eigene Identität gefährden.

Und welches Team bist Du? Team Freiheit oder Team Knechtschaft? 😉

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