Der Mensch. Objekt oder Subjekt?

Das Objekt ist, vereinfacht gesagt, dasjenige, was wir betrachten, beobachten, sehen. Das Subjekt ist dementsprechend der Beobachter, also der Mensch/Wir. Das würden die meisten so unterschreiben.

In der Regel ist es so, dass der Mensch das Subjekt und aus dieser Position beobachtet. In den Wissenschaften ist er, das Subjekt, nicht Teil der beobachteten Welt. Diese Idee war ein Erfolgsmodell…

Objekt Mensch

Die soeben genannte Position, dass der Mensch das Subjekt und die Welt das Objekt sei, ist kontinentaleuropäische Philosophie. Ganz klassisch. Es gibt aber auch den immer populäreren Zweig der angelsächsischen Philosophie, manchmal auch analytische Philosophie genannt, der den Menschen als Objekt behandelt.

Dies spiegelt sich in wissenschaftlichen Disziplinen wider, die aus diesem Raum kommen. Ob das nun Soziologinnen (inklusive der vereinzelten Soziologen) sind oder der klassische Kapitalismus (Wohlstand der Nationen), in diesen Konzepten wird der Mensch als Objekt betrachtet.

Die Frage, die ich mir stelle: wer ist das Subjekt? Wer beobachtet? Wenn der Mensch das Objekt ist, kann er nicht zugleich das Subjekt sein. Wie eingangs erwähnt, funktioniert Wissenschaft so nicht. Demnach können Soziologie und Ökonomie keine wissenschaftlichen Disziplinen sein, solange sie das Individuum als Objekt sehen. Es wird noch diskutiert, ob das ginge oder nicht. Es ist klar, wer welche These vertritt.

Wir haben den bereits den infiniten Regress im Humanistischen Manifest und der Menschenrechtscharta angesprochen („Du sollt nicht lügen, betrügen oder töten – außer für den Humanismus“ bzw. „Sei tolerant, außer bei Intoleranz“). Das Ziel ist ein ideales Gesellschaftssystem. Dazu müssen alle Menschen gleich sein. Abweichungen von der Norm sind nicht brauchbar. Mehr Objekt kann der Mensch nicht sein. Jede Lebendigkeit, wird ihm hier aberkannt. Er muss funktionieren und die ihm zugedachte Funktion erfüllen. Ebenfalls klassisch: Verhält er sich, zum wohle des Ganzen, gegen diese Norm, ist ihm bereits vorab vergeben. Kreuzritter und Islamisten kennen das…

Zu behaupten, man wüsste wie die Welt funktioniert und man könne eine bessere Welt schaffen, ist purer Gotteswahn. Woher dieser kommt, kann ich nur raten. Sollte ich wetten, würde ich auf unsere Geschichte in Europa verweisen. Es ist ein patriarchisches System, streng hierarchisch gegliedert. Wenn „von Oben“ etwas gesagt wird, wird nicht gefragt, sondern im glauben an den Staat Gehorsamkeit geübt. Ist ja nur für unser bestes…

Everything is Marketing

Aus ihrer gottgleichen Position heraus – warum fallen mir Spontan auch noch Ärzte ein? – beeinflussen Sie den Menschen durch ihre Sprache und Moral derart, dass dieser, ungeübt und unterentwickelt wie er heute ist, seinen eigenen Willen nicht mehr folge leisten kann und sich dem Schicksal, welches die Manipulateure für sie aussuchen, hingeben. Am besten noch mit Leib und Seele.

(Ergänzung:) Den Menschen als Objekt zu gebrauchen bedarf des Marketings. Dieser Idealismus würde ohne, dass man in irgendwie gut rüber kommen ließe, nicht unter die Menschen zu bringen. Nur mit den Maßnahmen, diese Ideen mit positiven Dingen zu assoziieren, hilft es, neue Menschen für die Idee zu gewinnen. Aus sich heraus und auf natürlichem Wege würden wohl nur wenige sich dazu entscheiden, sich selbst über den Menschen zu stellen. Ist das auch eine Ursache für unsere narzisstische Gesellschaft, wenn uns durch Radio, TV und Mundpropaganda erzählt wird, wie toll wir sein könnten, wenn nur alle dabei wären und das Individuum sich so zu eben jenem Gott aufschwingen würde?

Subjekt Mensch

Zurück zum Subjekt Mensch. Wir sind es doch, die diese Welt erfahren und zwar durch unsere Sinne. Wir haben die Möglichkeit die Sinne auf die Dinge zu lenken, die wichtig sind. Wir haben keine Pflicht zur Gehorsamkeit gegenüber einem System, zu dem wir nie Ja gesagt haben, sondern in das wir in unserer Kindheit hineingezwungen wurden. Ich bin überzeugt, dass jeder freie Geist andere Wege einschlagen würde als die Wege, die durch die geschichtlich geprägten Systemen weißer Denker geprägten.

Wir Menschen sind eben nicht nur Rational, wir sind auch Emotional – was zu oft im Sinne des Systems getriggert wird. Nur sollten diese beiden Seiten, die letztlich unsere Gehirne widerspiegeln, nicht dazu dienen, uns zu lenken, sondern sie sollten dazu da sein, genutzt zu werden, so dass wir lenken. Wir Menschen sind kein monistisches System, wir sind von Natur aus Dualisten, sie sowohl in der einen, der männlichen und rationalen Welt leben, denken und arbeiten, als auch in der weiblichen, emotionalen Welt. Fragt mich jetzt nicht, welche Gehirnhälfte was tut, aber sie tun es. Die Ausprägungen mögen unterschiedliche stark sein und sie mögen von Geschlecht zu Geschlecht variieren. Sie sollten aber niemals Kulturell einseitig bearbeitet werden oder gar durch geeignete Mittel zum Steuern der Menschenmassen dienen.

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