Assideutschland

Wir kennen das Stereotyp: Den ganzen Tag zu hause und der Fernseher läuft ständig. In der Regel RTL. So stellt man sich die Unterschicht vor. Liebt Unterhaltung und geht allen Dingen aus dem Weg, welche die Elastizität des Geistes auch nur im Ansatz fördern würde. Ergebnis sind Zombies, ohne eigenen Willen, ohne eigene Meinung. Alles andere als aufgeklärte Menschen.

Und morgen? Niemand unternimmt etwas, um den Menschen aufzuklären. Vielmehr machen sie sich diese breite Masse zunutze Um sie abhängig zu machen vor allem. Abhängig vom Staat, von Parteien, von Religionen im engeren und im weiteren Sinne. Was sich ändert sind nur das Konsumverhalten. Täglich 7, 8, 9, 10 Stunden Bildschirmzeit am Handy ersetzt den Fernseher. Seichtes Unterhaltungsprogramm ohne qualitativen Inhalt weicht sozialen Medien, deren schlechte Qualität die von RTL vielleicht noch unterbietet. Statt halbwegs gebildete Menschen kann bereits jeder, mit etwas Designkenntnissen und in Zukunft mit Hilfe der KI, Glaubenssätze so präsentieren, dass sie ansprechend und logisch serviert werden.

Der Mainstream wird – trotz oder wegen moderner Technologie – noch abhängiger, dogmatischer und vielleicht auch wieder, angesichts der eigenen Hilflosigkeit, gewaltbereiter.

Ausweg: Noch immer die Aufklärung. Sie hat bis heute nur elitäre Schichten erreicht und wurde dort von Dogmatikern bis heute bekämpft, die ihre Idee als die einzig Wahre verkauften und verkaufen. Seit es Massenmedien gibt, welche primär der Propaganda dienen, scheinen sie die Überhand zu gewinnen. Von Freien Menschen ohne Staaten und Göttern sind wir weit entfernt. Das es wieder Krieg in Europa gibt ist nur eine Folge davon. Das ist das Ziel jeder Politik und jeder Religion. Kampf gegen ungehorsame Kollektive und Individuen. Das ist Assideutschland.

Moderner Ablasshandel

In vormodernen Zeiten gab es eine Hypermoral, die es unter allen Umständen einzuhalten galt. Über dieser Moral stand niemand. Wer gegen die Normen verstieß und auch nur im entfernten ethisch falsch handelt(e), dem plagt das sogenannte Gewissen. Man fühlt sich schuldig. Man weiß, dass dem Sozialen Korrektiv das ganze nicht gefallen würden, täten sie es wissen. Damit er nicht an seiner Schuld zerbricht, gab es die Beichte. Zunächst. Später kam man auf die Idee, Geld mit den Leidensdruck zu verdienen. Retrospektiv sagen wir, dass die Kirche die Menschen ausgebeutet habe. Aber zum Beginn der Postmoderne dulden und betreiben wir den Ablasshandel wieder, nur in kapitalistischer Form. Ein nicht so ganz ernst gemeinter Artikel und trotzdem zum Nachdenken 😉

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Everything is Marketing

Marketing ist die Gesamtheit aller Aktivitäten zur Marktbearbeitung. So oder so ähnlich wird es gerne zusammengefasst. Der Markt ist das aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage. In der Regel verstehen wir diese Begriffe in der Ökonomie verortet. Aber was ist, wenn das Angebot die Meinung oder das Narrativ ist und die Nachfrage der Wunsch der Menschen nach Sinngebung. Anstelle des Geldes stellen wir die Zustimmung. Auch dann kann und wird Marketing betrieben.

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Adorno

„[…] Wenn sie leben wollen bleibt ihnen nichts übrig als dem gegebenen sich anzupassen, sich zu fügen, sie müssen eben jener autonome Subjektivität durchstreichen, an welche die Idee von Demokratie appelliert. Sie können sich selbst erhalten, nur wenn sie auf ihr selbst verzichtet. Den Verblendungszusammenhang zu durchschauen mutet ihnen eben die Anstrengung und Arbeit der Erkenntnis zu, an welcher die Einrichtung des Lebens nicht zuletzt die zur Totalität ausgebreitete Kulturindustrie sie verhindert. Die Notwendigkeit solcher Anpassungen zur Identifikation mit bestehendem, gegebenen, mit Macht als solcher, schafft ein totalitäres Potenzial. Es wird verstärkt von der Unzufriedenheit und der Wut die eben jener zwang zur Anpassung produziert und reproduziert.[…]“

Adorno
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Ein kleines Update

Mein Blog ist im Grunde eine Sammlung an Gedanken. Was mir spontan einfällt, was mir wichtig ist, alles das landet hier. Kurz und Knapp, ohne lange Untersuchungen – die ich ohnehin nicht durchführen könnte.

Aber ein wenig will ich dann doch ändern. Jeder Beitrag ist zwar verschlagwortet, aber die Kategorien habe ich bislang nicht aktiv genutzt. Das wird sich ändern und man sieht jetzt oben die Kategorien, in denen ich mich intensiver mit Themen beschäftige. Dort können dann durchaus Inhalte aus dem Blog wieder auftauchen, nur dann eben etwas länger gegoren und auch fundierter weil belesener. Wenn da im Moment noch nicht viel steht, dann einfach geulten…

🙂