Die Art zu Denken

Warum kann man sagen, dass Verschwörungstheorien gefährlich sind? Wenn ich in mir hinein höre, dann kann ich das nicht behaupten. Sie sind bestenfalls Unterhaltung, mal besser, mal schlechter, mal dramatisch, mal thrillerhaft. Wie kommt es also, dass sie für den einen eine Gefahr darstellen und für andere nur Unterhaltung sind?

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Diskurskoalitionen

Diskurskoalitionen sind die Blasen, in denen wir uns bewegen. Vereinfacht gesagt. Die Dinge, über die wir uns unterhalten, in der wir uns gegenseitig pushen, Ideen die wir kollektiv entwickeln und in denen wir, wohl im wahrsten Sinne des Wortes, unsere Umwelt vergessen.

Das positive ist, dass wenn Menschen, vornehmlich gemeine Bürger, sich mit diversen Themen beschäftigen, dann bilden sie sich weiter. Das geschieht ganz einfach, indem es schlauere Menschen gibt als sie selbst, die in einer solchen Blase etwas erzählen. Noch besser wird die Bildung, wenn sie selbst die Möglichkeit haben, vor Menschen zu sprechen und lernen, ihre Meinung kundzutun. Sie lernten dann sowohl ihre Ansicht zu vertreten, als auch das Kritisieren und das kritisiert werden. Soweit also alles bestens

Diskuskoalitionen sind aber auch gefährlich, vor allem dann, wenn sie in elitären Kreisen entstehen, unter Akademikern, Funktionären und anderen einflussreichen Protagonisten. Beispiele für solche Blasen gibt es jede Menge. Viele Ismen sind eine solche, aber auch Religionen, NGOs wie WEF, WWF, Bilderberger und wie sie nicht alle heißen, gehören dazu.

Es kann sein, dass sich eine Idee auf breiter Ebene durchsetzt, ganz ohne Nudging und anderer Propaganda. Einfach weil die Menschen darüber sprechen und es für gut befinden. In unserer ideologisch durchsetzten Welt ist das wohl selten bis nicht mehr möglich. Die verordnete Unmündigkeit macht wohl die Tür für diese Möglichkeit, im Moment jedenfalls, zu.

Problematisch wird es im politischen Raum. Eigentlich ist das die Regel. Das, was dann passiert neigt zum Totalitarismus, davon kann sich keine Partei und kein Lager freisprechen. Wenn sich einige wenige mehr und mehr in einem Thema vertiefen, dann mag das noch in Ordnung sein, wenn man aber beginnt, die Hebel der Systeme, auch mal missbräuchlich, zu betätigen, Politiker einzuspannen, Unternehmen zu kontaktieren, Medien zu mobilisieren und die Kultur zu bestimmen, dann wird es gefährlich.

Wie gesagt, es kann etwas gutes haben, es kann aber angesichts unserer institutionalisierten Welt sehr oft gefährlich für den Menschen werden. Alle behaupten nur gutes zu wollen. Dieses Gute ist aber nur in ihrem Kopf, nicht in allen! Wir können die schöne neue Welt begrüßen, denn die Führer dieser halten sie für gut. Oder einen neuen Faschismus, Faschisten finden ihn gut. Nur weil es Konsens innerhalb einer Bubble gibt, bedeutet das noch lange nicht, das jedes Individuum damit einverstanden ist. Jeder soll das tun, was er für richtig hält aber niemand darf gezwungen werden, mitzumaschieren. Freiheit ist eben auch das zu unterlassen, was andere von einem verlangen.

Neue Rebellen

Ups, der Beitrag war schon online und ich hatte keine Zeit mehr, nochmal drüber zu lesen 🙂 Jetzt aber die Fassung, die schon eher geht.

Neue Zeiten brauchen neue Rebellen, ist doch klar oder? Wer will schon in einer Tradition verharren, nur der Tradition willen? Wer sagt denn, dass die neuen Eliten die einzig wahren sind? Wenn dem so ist, sollten wir sie dann nicht anbeten? Oder wäre es nicht geschickter, sie weiterhin zu hinterfragen, zu kritisieren und dazu zu zwingen, an die Menschen statt an sich und ihre Tradition zu denken? Ist das neue Normal nicht auch irgendwann das alte Weiße? Oder ist es das nicht sowieso? Der Zahn der Zeit nagt eh allem, Rebellen sind die Zähne, die es braucht, fehlerhafte Strukturen aufzu(den)ken.

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Rechts vs. Links

Ich kritisiere die Linke ja schon sehr oft, obwohl ich mich selbst als eher Links einordne. Manchmal. In manchen Dingen bin ich aber Rechts. Ich bin kein linker Rechter und auch kein rechter Linker. Stehe ich auf beiden Seiten der Medaille? Wir kann ich das an Rechts und Links dann festmachen? Dazu habe ich mir zwei Erklärungen parat gelegt. Nach meiner Ansicht, gibt es zwei Arten von Medaillen, eine politische und eine gesellschaftliche.

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Everything is Marketing

Marketing ist die Gesamtheit aller Aktivitäten zur Marktbearbeitung. So oder so ähnlich wird es gerne zusammengefasst. Der Markt ist das aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage. In der Regel verstehen wir diese Begriffe in der Ökonomie verortet. Aber was ist, wenn das Angebot die Meinung oder das Narrativ ist und die Nachfrage der Wunsch der Menschen nach Sinngebung. Anstelle des Geldes stellen wir die Zustimmung. Auch dann kann und wird Marketing betrieben.

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Adorno

„[…] Wenn sie leben wollen bleibt ihnen nichts übrig als dem gegebenen sich anzupassen, sich zu fügen, sie müssen eben jener autonome Subjektivität durchstreichen, an welche die Idee von Demokratie appelliert. Sie können sich selbst erhalten, nur wenn sie auf ihr selbst verzichtet. Den Verblendungszusammenhang zu durchschauen mutet ihnen eben die Anstrengung und Arbeit der Erkenntnis zu, an welcher die Einrichtung des Lebens nicht zuletzt die zur Totalität ausgebreitete Kulturindustrie sie verhindert. Die Notwendigkeit solcher Anpassungen zur Identifikation mit bestehendem, gegebenen, mit Macht als solcher, schafft ein totalitäres Potenzial. Es wird verstärkt von der Unzufriedenheit und der Wut die eben jener zwang zur Anpassung produziert und reproduziert.[…]“

Adorno
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