Wirkung und Wirklichkeit

Im weiteren Verlauf meiner Überlegungen kam mir irgendwann die Frage, wie es denn sein kann, dass etwas wirkt. Oder warum. Was ist es, dass unsere Nerven anregt und so Signale an unser Gehirn sendet, dass da etwas ist. Ganz real, wie auch immer wir sich uns rein subjektiv darstellt. Anscheinend wirkt ja alles irgendwie auf uns und auf andere. Manche Dinge können wir nicht wahrnehmen weil uns die natürliche Sensorik fehlt. Danke der Technologie können wir aber auch in diesen Spektren uns umsehen oder umhören. Am Ende bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass nur das was wirkt auch die Wirklichkeit darstellt. Etwas ohne Wirkung gibt es nicht. Es existiert nicht.

Formative Wirklichkeit

Die Formative Wirklichkeit ist das, was tatsächlich eine Form besitzt. Praktisch ist das die ganze räumliche Welt. Wir können diese Welt spüren, erfühlen, ertasten, riechen. Ihre Wirkung auf uns und andere Systeme liegt in ihrer Form.

Man könnte hier den Materialismus verorten, oder zumindest das, was ihn im Prinzip ausmacht. Das es eine Welt der Teilchen gibt, kann man nur noch schwer wegargumentieren. Für mich ist es aber nicht das einzige Prinzip sondern nur eines von mindestens zwei Prinzipien. Das die Formative Wirklichkeit Materialismus ist will ich aber ablehnen. Vor allem auch weil der Begriff längst ein Kampfbegriff geworden ist und für mich für Dogmatik und Konservatismus steht. Außerdem kann es sein, dass wir noch viel mehr entdecken, welches zur formativen Wirklichkeit zählen kann, aber nicht Materie ist.

Informative Wirklichkeit

Das zweite Prinzip ist die Wirklichkeit der Wellen und Felder, könnte man sagen. Das es diese Welt gibt zeigt ihre Wirkung. Ergo gibt es eine Wirklichkeit, die keine Form besitzt, daher auch der Name Informative Wirklichkeit.

Vielleicht lässt sich das ganze recht gut mit der Quantenphysik umschreiben, die eben ihre eigene Art der Realität beschreibt. Sie ist nicht gleich der Materiellen Welt. Sie lässt sich mathematisch in diese übertragen, ihre Grundstruktur ist jedoch eine andere. Zusammenhänge zwischen informativer Welt und formativer Welt sind da, aber sie sind nicht identisch.

Aber… Es gibt da noch unsere Ideen und unsere Sprache. Man kann den Staat nicht im Wald finden und es wächst auch kein Materialismus auf den Feldern und Wiesen da draußen. Da Ideen und Sprache, nur in unseren Köpfen existieren, passt die Nähe zur „Information“ auch irgendwie 🙂 Der Punkt ist, dass sie wirken können, sonst wären sie nicht Teil der Realität.

Ich muss zurückrudern. Die Sprache ist es, die in erster Linie wirkt. Mit ihr manipulieren wir die Gedanken der Zuhörer. Wir versuchen die Repräsentationen aufzurufen, die wir haben, wenn wir ein Wort denken. Jedes Wort hat demnach eine Wirkung. Zusammen können wir so unsere Ideen vermitteln und unser handeln absprechen. Erst dann kann eine Idee Wirklichkeit werden, indem wir sie leben.

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